Ruhepuls, Rom
„Verhaftet in deiner Vorstellung“ war der letzte Satz, ehe er ihr Gesicht aus seinen Händen fallen ließ. Sie, auf dem Hügel, versucht zu verstehen, was da gerade passiert ist, „dass soeben wieder einmal wer gegangen war, ohne sich umzudrehen.“ Mit Padre Squirrel, genannt P.S. auf der Aussichtsplattform, schaut sie durch den Sucher. Sie hätte die Doktorarbeit der Mutter über die Täter-Opfer-Beziehung bei Tötung durch Strangulation nicht einpacken sollen.

P.S. rät: „Die Zeit der Apostrophe ist vorbei. Aufwachen, durchschütteln.“

Spliss: Gedichte
Spliss versammelt Gedichte aus dem Zeitraum 2015–2018, in deren Hintergrund Fragen nach dem Körper, dem Sprechen und der Positionierung in uneindeutigen und beweglichen Räumen stehen. Wie kann ich Position beziehen, ohne den Raum und die Körper darin abzuschließen? Wann verschwinden die Sprechenden und das Gesprochene in den Gegenständen und Settings, die sie umgeben? Wo verkeilen sich Landschaft und Subjekt? Haben Körperteile, Objekte und Sätze etwas Gemeinsames darin, dass ihre Materialität unklar und ihre Anwesenheit vermittelt ist? Wohin zieht eine Geste, bevor sie in eine Aussage bricht? Welche Beweglichkeit ersehne und verteidige ich, wenn Beweglichkeit das ist, was eingefordert wird? Verweigere oder zeige ich mich? Sind zugewiesene auch zur Verfügung stehende Bedeutungen, was mache ich damit? Was durchkreuzt der sprechende, sich wegdrehende Körper, wem schließt er sich an? Hat er Geliebte, Verbündete? Kennt er Namen und Zahlen?

Als die Kirche den Fluss überquerte
Daniels Welt gerät aus den Fugen. Am letzten Urlaubstag beschließen seine Eltern völlig überraschend, sich zu trennen. Daniel erklärt den Vater zum Schuldigen und stürzt sich mit aberwitzigem Eifer in die Überkompensation: Er verliebt sich in seine Schwester Laura, will für sie der einzige Mann sein, will Künstler werden wie seine schräge Großcousine Miriam und Lebemann wie sein Onkel Billy. Und scheitert dabei kolossal. Beinahe entgeht ihm, dass auch seine Mutter unter der Situation leidet. Ihre schlummernde Parkinson-Demenz macht sich bemerkbar. Und während sie immer schwächer und vergesslicher wird, sortiert sich die Familie um sie herum neu. Tragikomisch erzählt dieser Entwicklungsroman von großen Verlusten und ebenso großen Chancen.

Böhmen ist der Ozean
Das Wasser schlängelt sich um die Orte Böhmens, als wären es Inseln. Mal tritt es über die Ufer, mal verschluckt es Land und Leute, eine Verbindungslinie, die hinter den Eisernen Vorhang führt, oder kuriose Urgewalt, die Leben und Tod bringt. Und es birgt Rusalkas, Wassermänner und Frühlingsgöttinnen, die Zeugen einer anderen Zeit sind, Vergangenes ans Tageslicht holen oder für immer in den Tiefen des Ozeans verschwinden lassen.

Rhea Krčmářová erzählt in ihren Geschichten von den Spuren, die der Kommunismus hinterlassen hat. Emigration und Sprachverlust machen die Figuren zu Suchenden: nach der eigenen Herkunft, nach einem kleinen Stück Heimat. Dabei schafft sie eine Sprache, die wie das Wasser in ihren Geschichten als verbindendes Element durch die Geschichten fließt – von bezaubernder Musikalität und Vielstimmigkeit.

Die Schrift, die Mitte, der Trost. Stadtstücke
Mit feiner Ironie lauscht Bastian Schneider den ephemeren Momenten des städtischen Alltags ihre so gar nicht kurzlebige Poesie ab. Unter seinem Blick erweisen sich gerade die Unscheinbarkeiten als unerschöpflicher Steinbruch für dichterische Einsichten. Die Kurztexte ergeben dabei eine besondere Route durch europäische Metropolen wie Istanbul, Köln, Marseille, Paris oder Wien, indem sie diese zu verschiedensten »Stücken« verdichten: Frühstücke, Randstücke, Spazierstücke, Singstücke (u.v.w.m.) laden dazu ein, die teils abgründige Schrift urbaner Oberflächen sehen und lesen zu lernen.

Ist man einmal mit einem dahingehend geschärften Sensorium ausgestattet, kann man sich der intimen Verbindung von Worten und Begebenheiten nicht mehr entziehen: Die kleinsten Details erweisen sich als Ausdruck und Kommentar zu den großen Fragen, die Bezeichnungen der Dinge graben sich tief in die eigenen Beobachtungen ein und rufen bisher stumm gebliebene Korrespondenzen auf den Plan. Auf subtile Weise bilden die »Stadtstücke« so nicht nur hellsichtige Fragmente, sondern eine kleine Schule des Sehens und Sagens: Die Wirklichkeit ist nicht einfach der Fall, sondern entspinnt sich erst im kunstvollen Wechselspiel von Worten und Geschehen – stückweise.

ich sehe die einsamkeit vor mir und sie ist leicht
ich sehe die einsamkeit vor mir und sie ist leicht ist nach “@blutundkaffee“ (Frohmann Verlag 2017) die zweite Veröffentlichung aus dem Nachlass der 2016 verstorbenen Künstlerin und Schriftstellerin Ianina Ilitcheva. Der Band, den Rick Reuther herausgegeben hat, versammelt eine Auswahl an Blogeinträgen, Tweets sowie Gedicht- und Kurzprosaveröffentlichungen. Sie thematisieren Körpererfahrung, Liebe und Sex, Freiheit und Tod in einer Sprache, die ihre Schönheit daraus entwickelt, gleichzeitig direkt, ganz frei und gewaltlos zu sein.

Im Blick
Zwei Mädchen werden gemeinsam erwachsen. Schon früh lernen sie sich zu schminken, ziehen Stöckelschuhe an und vergleichen ihre Brüste. Sie masturbieren und sprechen über ihre Erfahrungen. Sie sind jung und rebellisch, entdecken Alkohol und Drogen, gehen mit fremden Männern nach Hause, feiern Partys und haben Sex. Je älter sie werden, desto eindeutiger werden die Blicke und Berührungen auf der Straße. Doch die jungen Frauen wollen sich nicht einschränken lassen, unternehmen Reisen in ferne Länder und erfahren am eigenen Körper, dass Freiheit nicht für beide Geschlechter das Gleiche bedeutet.

Anhand einer Frauenfreundschaft und einer Liebesbeziehung erzählt Marie Luise Lehner vom Schauen und vom Angeschautwerden, von Rollen, in die Frauen gedrängt werden, und von alltäglicher sexueller Gewalt. Minutiös zeichnet sie die Momente nach, in denen Frauen in unangenehme, oft gefährliche Situationen geraten, und lässt Wut in ihren Figuren aufkeimen. Eine Wut, die groß genug ist, um gegen Sexismus zu kämpfen.

MAU OEH D
was das mensch vom menschen trennt
was das mädl von dem man
löcher die zu stopfen sind
lache der der kann

Sanfter Asphalt
Ein wunderbares Buch über Wien, brillant geschrieben.

Ein junger Mann geht durch die Gassen der Stadt, stets auf der Suche nach dem, was sie zusammenhält und in die Brüche gehen lässt. Recht schnell sind die Verantwortlichen gefunden: die Bewohnerinnen und Bewohner Wiens, ihre Abgründe und Besonderheiten, ihr Grant und ihr Charme. Und dann gibt es noch diese Frau namens Edith. Was muss der namenlose Protagonist tun, damit das Durchqueren dieses Labyrinths am Ende des Tages einen Sinn ergibt? Sich verlieben?
Der Flaneur beobachtet sich selbst, seine Handlungen, Gedanken und Gefühle; er geht auf die verbalen Ausbrüche der Menschen ein oder bleibt stumm, um sie sprechen zu lassen. Während seines Streifzugs prasselt ein Kaleidoskop an skurrilen Erlebnissen auf ihn nieder: Ohne Rücksicht wird hier ausgeteilt, belauscht, festgehalten. Mit Witz und Ironie mischt er sich dabei ins Leben Unbekannter ein, immerzu über das Dasein und seine Ausformungen staunend … Am Abend schließlich ist die Stadt eine andere. Und er mit ihr, denn um ein Teil von ihr zu sein, muss er sich öffnen.

Sprachkunstabsolventin Afamia Al-Dayaa veröffentlicht unter ihrem Pseudonym Yara Lee ihr Debüt beim Residenz Verlag.

Marla und James sind jung, sie verlieben, verlieren und begegnen sich wieder. Ihr Glück scheint keine Grenzen zu kennen, bis James Marla auf seine meeresbiologische Forschungsreise nach Mexiko mitnimmt. Dort werden sie in eine böse Intrige verwickelt – und straucheln unter der Last der Missverständnisse und Feindseligkeiten. Auch Ulysses ist das Kind einer längst vergangenen Liebe, vor allem aber ist er Marlas Vater, der sie als Kind verlassen hat und der in einer melancholischen Stimmung beschließt zu sterben. Zunächst aber gilt es, den geeigneten Ort dafür zu finden – oder soll er doch eher die verlorene Tochter suchen? Yara Lees Debüt erzählt spielerisch leicht von Liebe und Verlust und davon, dass Suchen und Finden nicht immer etwas miteinander zu tun haben.

Sprachkunstabsolventin Raphaela Edelbauer veröffentlicht ihr Romandebüt 2017 bei Klever.

„Entdecker“ ist eine tollkühne Poetik aus der Synthese von Sprache und Naturwissenschaft. Jeder der sechs Teile – „Mikroorganismen“ (Bestiarium), „Minerale“, „Geologie“ (Kartografie), „Gravitation“, „Aggregatzustände“, „Zeit“ – verfolgt einen anderen Ansatz und doch sind alle untereinander organisch verbunden.

Raphaela Edelbauer versucht mit ihrem Prosadebut nichts Geringeres, als unserer Naturgeschichte der Neu­zeit, mitsamt ihrer Systematik, Kombinatorik und Logik, ihrer eigene, poetische Logik entgegenzusetzen und mit den Mitteln der Sprache auszu­hebeln.

Eine phantastische Bild-Text-Expedition durch die Wirrnisse der Erdgeschichten: Mit zahlreichen Illus­trationen von Simon Goritschnig.

Timo Brandts Debüt Gedichteband „Enterhilfen fürs Universum“ ist 2017 bei edition offenes Feld erschienen und als E-Book und in Print erhältlich.

„“Enterhilfe fürs Universum“ ist Timo Brandts Debutband, ein ebenso sinnliches wie sprachlich präzises Sonarium der Welt. Dabei kommt der literarischen Anverwandlung eine nicht unbedeutende Rolle zu; Ted Hughes und Sylvia Plath, Anna Achmatowa, Lars Gustafsson und Blaise Cendrars, James Joyce und Anne Sexton sprechen und werden angesprochen – Literatur ist ein Phänomen, das sich nicht von den Wäldern, vom Meer oder einer Wäschespinne unterscheidet. Timo Brandts Sprache ist modulationsfähig, bedient sich mal anschaulicher Bilder, wenn sie deskriptiv ist, mal kühner Wortfügungen, wenn sie auf Erkundung in Gedankenräumen geht, bleibt jedoch immer dringlich, stellt sich verschiedene Fragen, die zum Leser herüberschwappen, singt, grübelt und bezieht Position. Hier ist eine neue Stimme zu entdecken, die Tradition und Moderne auf sanfte Weise vermischt und auch dort nicht den Boden unter den Füßen verliert, wo sie zum Sprung von der Kante des Universums ansetzt.“

„Denn bei näherem Hinsehen zeigt es sich, dass Brandt eben nicht eine manierierte Form erfindet, um sie dann mit irgendeinem Inhalt zu füllen; vielmehr entsteht diese Form vor den Augen des erfreut staunenden Lesers aus der Bewegung des Gedichts oder vielmehr dem Prozess des Dichtens selbst.“

Im Februar 2017 erscheint der Debutroman der Sprachkunststudierenden Marie Luise Lehner bei Kremayr & Scheriau.

„In knappen und dichten Episoden erzählt Marie Luise Lehner die ersten zwanzig Jahre aus dem Leben einer Frau. Es sind Blitzlichter einer Erinnerung – mal schillernd, mal in Scherben liegend – die aber stets von einer kindlichen Leichtigkeit getragen werden.“

Quelle

Reibungsverluste
Eine Dolmetscherin erzählt. Nach zweieinhalb Jahren in Russland ist Nora wieder zurückgekehrt. In ihrem Job als Dolmetscherin ist sie Sprachrohr für traumatisierte Flüchtlinge, ebenso wie für die Psychotherapeuten. Es fällt ihr zunehmend schwer, sich von den Leidensberichten der Flüchtlinge zu distanzieren und die verallgemeinernde Haltung von Politik und Gesellschaft zu akzeptieren. Daneben versucht Nora, ihr eigenes chaotisches Leben auf die Reihe zu kriegen.

Hundert schwarze Nähmaschinen
Den Zivi nennen alle nur den Zivi, die sogenannten Betreuer in der Wohngemeinschaft für psychisch Kranke, wo er seinen Zivildienst ableisten soll, nicht anders als die sogenannten Klienten. Die Schule hat er hinter sich, vorbereitet hat sie ihn aber nicht auf das, was ihn erwartet. Dass es verrückt zugeht, okay. Aber dass es ihm zunehmend schwer fällt zu erkennen, warum die Betreuer Betreuer und keine Klienten sind, macht ihm zu schaffen. Zumal er bald selbst nicht mehr weiß, wohin er gehört, so sehr läuft in seinem Leben plötzlich alles aus dem Ruder. Nicht zuletzt seine Beziehung zu seiner Freundin, der »anderen Streitpartei«: Er könnte sie umbringen (in seinen Träumen tut er es). Und nur weil er der Zivi ist, heißt das nicht, dass er sein Leben nicht genau wie alle anderen in einer psychiatrischen Einrichtung verbringt.

JENNY HAT CHLOR IN DEN AUGEN UND AUS CHLOROPHYLL WIRD BLATTBLAU. MIT NUR EINEM BEIN DURCH CHARLOTTENBURG TANZT SIE REKLAMEN ZU METAPHERN, GESICHTER ZU GEDICHTEN, ÜBERSETZT GEBIETE IN WORTE UND SCHREIT DIE PASSANTEN AN: JENNY NUMERO FIVE: POLY, STEREO, MORPH – HOMO, NO HETERO, SAPIENS – TRANS, BABY, TANZ.

Mehr Informationen und die Möglichkeit Jenny #5 käuflich zu erwerben gibt es auf der Website der Jenny, die auch einen Sneak-Peak in die aktuelle Ausgabe erlaubt: http://www.jenny-literatur.at/

@blutundkaffee (2012–2016)
Ianina Ilitcheva (* 4. 12. 1983 in Angren, Usbekistan, † 20. 12. 2016 in Wien, Österreich) aka Annemarie Kuckuck aka @blutundkaffee war Autorin und bildende Künstlerin.
In den letzten vier Jahren ihres Lebens schrieb sie auf Twitter fast 40.000 Kürzesttexte. Diese gehören zu den schönsten in deutscher Sprache. Das Buch @blutundkaffee versammelt eine Auswahl dieser kleinen Formen, um neuen Lesenden die ganz und gar außergewöhnliche Welt von Ianina Ilitcheva zu eröffnen.

Irgendwo, jemand
Aus zwei Zyklen besteht Irgendwo, jemand, der erste Lyrik-Einzeltitel von Bastian Schneider. Die Gedichte nähern sich dem großen Thema dieser Tage, Wochen, Jahre – Flucht und Migration, und wie wir uns hier dazu verhalten, wie wir darüber reden und was wir tun, oder eben nicht. Die Texte sind der Versuch, eine Sprache zu finden angesichts einer globalen Herausforderung, der man bisher nur unzureichend gerecht geworden ist.

Junge Autorinnen und Autoren der Sprachkunst porträtieren das Dorf Garz nordwestlich von Berlin, seine 145 Einwohnerinnen und Einwohner, die Fische in der Kühltruhe, Träume, Wünsche, Nachkrieg und DDR. Diese Sammlung an unterschiedlichen Momentaufnahmen ist im Dezember 2016 beim Mitteldeutschen Verlag erschienen.

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Alles, auch der Essay, ist Versuch, Versuchung, Verführung.

Das gilt auch für die Schreibweise des Autors Ferdinand Schmatz, der eigenwillige Positionen in Dichtung und Kunst aufspürt und diesen nahe zu kommen versucht.

Im Zeitungsformat versammeln sich Beiträge von Studierenden und Lehrenden der Sprachkunst zur Thematik DRINNEN/DRAUSSEN/HEYMAT. Die Zeitung ist am Sprachkunstinstitut erhältlich.

Die Einnahmen werden für Fahrtickets für geflüchtete Menschen verwendet.

Die Zeitung erschien anlässlich des gleichnahmigen Festivals im März 2016 in Kooperation mit dem jungen Salon und dem brick5.

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Mehrere kurze Erzählungen ergeben einen Band mosaikhafter Wahrnehmungen des Alltags, über Vögel und Träume. Bastian Schneiders Debüt erschien 2016 im Verlag Sonderzahl.

„Während im letzten Halbjahr vor allem steirische Schriftsteller kiloschwere, ausgreifende Großromane vorlegten, deren präpotentes Auftrumpfen griffig ins Leere ging, kommt Bastian Schneider leise daher, ganz leise. Zurückgenommen. Und ist dabei von einer einnehmenden Einfachheit und von einer grazilen, diskreten Vornehmheit. Denn er schaut. Er beobachtet einfach. Was eben so schwierig ist.“

Quelle

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Jenny ist die Literaturzeitschrift des Instituts der Sprachkunst. Die langersehnte vierte Ausgabe versammelt Beiträge von jungen Autorinnen und Autoren in vielfältiger Form und zu unterschiedlichen Themenbereichen: Interviews mit jungen Herausgeber_innen,  Textchen für ordentliche Tage, Erzählungen über Franz.

Die Herausgeber_innen der Jenny, Timo Brandt, Gunda Kinzl, Antonio Schachinger und Johanna Wieser beschreiben sie und ihre Arbeit daran in etwa so:

Jenny, Jenny, Jenny, tadeln wir sie in einem fort, über das ganze Jahr, es ist eine liebe Müh. Wie in einem schlechten Film geht es immer darum, wer das Mädchen kriegt und die Wahrheit sagt sie eher, wenn sie blau ist. Jenny kommt es nur auf eines an: Jenny. Clever soll alles sein und deep. Dann – endlich! – taucht sie auf und fragt rotzfrech: „Seid ihr bereit?“. Wir nicken. Es wird erwartungsvoll. Aber dann bekommt sie einen Anruf. Hebt ab und bedeutet uns, wir sollen still sein. Grinst. „Gute Neuigkeiten, Leute: Goethes neues Gretchen heißt Jenny. Was war also die Frage?“

Mehr Informationen und die Möglichkeit Jenny #4 käuflich zu erwerben gibt es auf der Website der Jenny, die auch einen Sneak-Peak in die aktuelle Ausgabe erlaubt: http://www.jenny-literatur.at/

Die Jenny ist ebenso in mehreren Buchläden in Wien, Graz, München, Berlin, Hildesheim und Leipzig erhältlich sowie am Institut für Sprachkunst, Vordere Zollamtstraße 3.

 

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Lyrische Beschreibungen von Wahrnehmungen, Zuständen, Situationen und Stimmungen ergeben das bei Edition Art & Science erschnienene Werk Sandra Hubingers.

Kaum Gewicht und Rückenwind
Innere und äußere Vorgänge und Zustände werden in den Gedichten beobachtend beschrieben. Situationen und Stimmungen werden mit unterschiedlichen sprachlichen Mitteln (poetische Verfremdungen, kleine Bedeutungsverschiebungen) skizziert.
Es entstehen Momentaufnahmen, die szenisch aufgebaut sind und so in vielen Fällen einer Filmsequenz ähneln, oder stilllebenartig arrangierte Einzelheiten, die eine bestimmte Atmosphäre vermitteln, oft über die aufgezeichneten Sinneseindrücke, die Wahrnehmung über das Hören, Sehen und Ähnliches. Es geht um Feinheiten, um Irritationen und um Brüche und dabei geht es immer um ein Ausloten der Möglichkeiten von Sprache und Bildern.
In vielen Gedichten steht ein lyrisches Ich einem Ansprechpartner gegenüber. Das lyrische Ich setzt sich in Bezug zu seinem Gegenüber, sucht den Kontakt, sucht die Verortung des Eigenen und Anderen und richtet seine Aufmerksamkeit auf dieses Gegenüber, ein Du.

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183 Tage dokumentiert den Versuch absoluter Einsamkeit. Notizen, Bilder und Selbstportrait ergeben Ianina Ilitchevas Debüt, das 2015 bei Kremayr & Scheriau erschienen ist.

„Den Verlauf dieses Selbstversuchs hat Ilitcheva in ihrem außerordentlichen – und außerordentlich schön gestalteten – Buch 183 Tage festgehalten. Entsprechend ihrem Drang, sich in unterschiedlichen Medien auszudrücken, enthält 183 Tage nicht nur konventionellen gedruckten Text, sondern Faksimiles handschriftlicher Notizen auf Zetteln im Post-it-Format, von Zeichnungen mit Bleistift, Kugelschreiber und Tusche oder mit einer speziellen App aufgenommene Selfies, die die Autorin immer an ein und derselben Location, einem Garten im 22. Wiener Gemeindebezirk zeigen.
[…] Für die Leserinnen und Leser ist es eine Einladung, am Erleben einer eigenwilligen und hochsensiblen Künstlerin teilzuhaben. Und für die neue literarische Reihe des Verlags Kremayr und Scheriau ist 183 Tage ein gelungenes Debüt, das gespannt macht auf die Bücher und Dinge, die da noch kommen werden.“

Quelle

Zum Internationalen Holocaust-Gedenktag haben sich Studierende der Sprachkunst als Teil der vierten Generation mit Erinnerung auseinandergesetzt, danach gesucht, sie gefunden, etwas gesagt. Herausgegeben von Esther Dischereit und Ferdinand Schmatz und 2015 bei DeGruyter erschienen.

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Erzählungen über den Zweifel an der Welt, an sich selbst, an allem. Groteskes und das, was als normal erachtet wird, sind nicht mehr auseinanderzuhalten. Irmgard Fuchs Werk erschien 2015 bei Kremayr & Scheriau.

„Auch in den konventioneller erzählten Texten geht es bei Irmgard Fuchs meist um Menschen, die darunter leiden, zu viel Tagesfreizeit zu haben und sich ziellos durch die Stadt treiben lassen – oder aber ihre Zimmer kaum noch verlassen. Das Leben ist eine Zumutung? Da hilft nur noch, dem Geschehen groteske Züge zu verleihen.“

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Die Geschichten von Begegnungen eines Sommer, mit sich selbst, mit anderen. Die Verstrickungen und Lügen, die Wärme und Nähe. Sandra Gugics Debütroman erschien 2015 bei C.H. Beck.

„Die „Astronauten“ von Sandra Gugić sind immer unterwegs. Auf der Flucht vor der Realität greifen sie nach den Sternen – und landen meist auf der Fresse. Die in Berlin lebende Wienerin, Jg. 1976, hat einen Großstadtroman geschrieben, der sich um ein Ensemble denkwürdiger Figuren dreht.“
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Die Frage zu wiederholen sehen wir als gedankliches Design der Corporate Identity und Mahnung an diejenigen, die sich uns seit dem ersten Tage (vgl. Genesis 1,2: „(…) die Erde aber war wüst und wirr (…)“) verbunden fühlen.
Somit wird sie zum Wappen der ewigen Wiederkehr (vgl. Ecce homo: „Wer ist eigentlich JENNY?“).

Mehr von und über Jenny

Das Buch ist eine „literarische Auseinandersetzungen mit einem gerne gemiedenen Thema und erlauben damit auch dem Sterben von Kindern, Teil des öffentlichen Diskurses zu werden“ und 2015 beim Labor Verlag erschienen.

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Popmusikt mit Amore.
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Das alles sei Abglanz vom Abglanz, hieß es mal. Aber die Frage ist doch: warum glänzt Jennys Hirn. Woher kommt das Licht, welche Flächen werden erhellt, was bleibt dunkel. Wer wird geblendet, wohin wird reflektiert. Und wie geht das Licht aus. JENNY hinterfragt Lichtverdichtung.

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Der Roman um die Plus-Size-Liebe, ihren Ruf, ihre Tücken und gegen die Unterdrückungen des Schlankheitskults und einer normschönen Welt erschien 2014 bei edition a.

„Zu dick, um geliebt zu werden? Romy Morgenstern verliert vor lauter Selbstzweifel den Mann ihrer Träume ausgerechnet an eine Frau, die noch dicker ist als sie. Als die Gamedesignerin feststellt, dass dick einer der häufigsten Internet-Suchbegriffe in Sachen Sex ist und Plus-Size-Dating im Trend liegt, beschließt sie, die Welt der Liebe jenseits des Schlankheitskults zu erforschen.“

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„Der Roman ist nicht nur inhaltlich gelungen, sondern auch stilistisch, denn Rhea Krčmářová verwendet, passend zum Beruf ihrer Heldin, eine Fülle von Vergleichen und Metaphern aus der Welt der Fantasy-Computerspiele und Fantasy-Literatur. Man muss zum Glück kein Experte auf diesen Gebieten sein, um die Vergleiche zu verstehen, und zumindest die auf Tolkiens „Herr der Ringe“ basierenden versteht man auch als Nicht-Nerd zur Gänze. […] Das ist ein „expliziter“ Roman, der nicht für kleine Kinder geschrieben ist. Aber er ist keine Pornographie, sondern eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Problem, das sogenannte „Plus-Size-Frauen“ in unserer Gesellschaft mit ihrem Körper haben (können).“
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„Didi Drobnas mit Spannung erwarteter Debutroman erzählt die Geschichte von zwei Schwestern auf einer abenteuerlichen Reise. Sie folgen der Spur eines Mannes und müssen dabei sich selbst finden. Geschichten von Rollstuhl-fahrenden Seemännern, Großmüttern mit weißen Zauberhaaren und charmanten Irren aus der Nervenheilanstalt.“

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Konrad Prissnitzs Gedichtband, bestehend aus Sonetten und Sonetteformen, erschien 2014 beim Verlag Sonderzahl.

„Hier versteht es einer, oder hat es geradezu darauf angelegt, Schwierigkeiten zu meistern und es dabei so aussehen zu lassen, als wär‘ s ein Klacks. Sofort fällt die handwerkliche Seite, das Beherrschen des Metiers beim Lesen dieser Gedichte auf. Dass Prissnitz sich aufs Sonett versteift, mag einer Reverenz an den Vater, dem Versuch der Selbstdisziplinierung oder einfach dem Spieltrieb geschuldet sein: Spaß macht das Nachvollziehen seiner Pirouetten und Lazzi allemal.“
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Knapp, prägnant, kühl und düster sammeln sich hier Geschichten zu Beziehungen aller Art – vor allem der zu sich selbst. Ekaterina Heiders Kurzgeschichtenband erschien 2013 in der edition exil.

„Nicht Immigration, nicht äußerliches Fremdsein aufgrund von Nationalität, Sprache oder Hautfarbe ist Thema, sondern inneres Fremdsein: Fremdsein von jungen Menschen in der Gesellschaft, in der großen Stadt Wien, in einer Welt, die Normen diktiert. Aus ebendiesen Normen brechen die Erzähler aus. Sie stehen auf der anderen Seite, jenseits von Regeln und „Normalität“. Die Szenen und Bilder sind eindringlich, manchmal nahezu überzeichnet und düster. Und ab und zu blitzt ein Stück schwarzer Humor auf.“
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Das partizipatorische und kollektive Kunst- und Schreibprojekt wurde von Johanna Müller initiert und 2013 beim Verlagshaus Hernals herausgegeben.

„Ziel des Projekts ist das Verbinden von Ottakringern (Immigranten, Ottakringer Urgesteine, Jung und Alt, Hundebesitzer und Professoren), die zwar alle im selben Bezirk leben aber nicht miteinander in Kontakt getreten wären. Aus diesen vielen verschiedenen Perspektiven entsteht ein vielfältiges, sonst nicht einsehbares Bild von Ottakring (seinen Fantasien, Wünschen, geheimen Plätzen).“
Quelle

JENNY ist neu.
JENNY ist junge Literatur.
JENNY liebt Prosa, Lyrik, Drama, Poetik und Essay.
JENNY gibt Interviews und geht gern angeln.
JENNY ist geräumig und beherbergt Gäste.
JENNY mag Bilder.
JENNY liebt Text.
JENNY is made in Vienna.

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