IO Jahre Sprachkunst

POESIE UND POLITIK.

IO JAHRE INSTITUT FÜR SPRACHKUNST

23-26.10.2019

Hier geht’s zum Program


MISSION STATEMENT


MERKSATZ

Wenn es runtergeht wie Butter,

ist es vermutlich Propaganda.

Monika Rinck

Wenn es rutscht und flutscht, die Kehle runter, gut geschmiert wie von KTM, in den Saumagen und ins Ohr, in den Gehörgängen und Gehirnwindungen ohne Bremsen Achterbahn fährt, wir ohne Drehwurm steilste Loopings mitmachen und niemand sagt: Da hakt doch was. Wenn die Geschichte zu gut erzählt ist, um wahr zu sein, aalglatt abgeht in den telegenen Teflontropen, wir uns vom Narrativ zum Narren halten und herumführen lassen an der Nase, am alternativlosen Nasenring Faktenzwang. Wenn wir uns vom Hausverstand verlocken lassen, das müssen Sie doch einsehen, schauen Sie, ein Satz noch: Was dann?

Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens stellt sich das Institut für Sprachkunst der Frage nach der po i esis der polis , der Erschaffung eines Gemeinsamen. Wir – diese raunende, mitreißende Sprechinstanz, die immer ein- und ausschließt und dabei flüstert: We ’re all in this together – müssen uns fragwürdig werden. Wer kommt zu Wort? Hallo? Wer spricht?

Politik: die Aushandlung unseres Zusammenlebens im Raum, den wir teilen, mittels der Begriffe, die wir uns geben.

Poesie: das Brüchigwerden der Begriffe. Wie soll ich das verstehen ? Der Kommunikationsfluss klumpt. Da schau‘ her: die Bedingungen unseres Verstehens, unser Selbstverst ä ndnis, unsere Selbstverst ä ndlichkeit!

Poesie und Politik: Das politische Tier sieht im Spiegel das Tier, das die Sprache hat.

Das Institut für Sprachkunst als Experimentierstätte dieser Begegnung lädt dazu ein, sich der brennenden Frage zu stellen, welchen Begriff wir uns von uns machen: Machen wollen, machen können, machen müssen im Zeitalter rechter Normalisierung.

Für die politische und poetische Begriffsbildung gilt:

In der Geheimschrift der Poesie sind

Billig worden die Wortpirouetten

Robert Schindel

Die Festivalleitung
Ferdinand Schmatz, Gerhild Steinbuch, Felicitas Prokopetz, Sandro Huber


PROGRAMM

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23.10 19.00 Eröffnung – Auditorium Angewandte

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24.10. DONNERSTAG – Turnhalle im Brick 5

15.00–17.00
Brandbeschleuniger. Schreibschulen und das Politische.

Podiumsdiskussion mit: Ronya Othman (Deutsches Literaturinstitut Leipzig), Theresa Thomasberger
(Institut für Sprachkunst & Szenisches Schreiben, UdK Berlin), Nora Osagiobare (Schweizerisches Literaturinstitut, Hochschule der Künste Bern), Theresa Sigusch (Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, Universität Hildesheim)
Moderation: Nastasja Penzar

18.00
Schilderhebung. Erstsemester lesen

Mit Laura Bärtle, Sophie Dostal, Anouk Stephanie Doujak, Sophie Eisenring, Vera Heinemann, Lennart Kos, Elena Zoi Miliou, Mae Schwinghammer, Veronika Zorn

Gestaltung: Michael Hammerschmid

20.00
Blickender Schein. Studierende lesen Prosa

Mit Max Andratsch, Florentin Berger-Monit, Katharina Klein, Dora Koderhold, Anna Maschik, Maria Muhar, Anna Neata, Felicitas Prokopetz, Sebastian Sauer, Bettina Scheiflinger, Jacqueline Weihe

Gestaltung: Angelika Reitzer

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25.10. FREITAG – Turnhalle im Brick 5

10.00
Desintegration. Nachrichten aus der literarischen Bombenwerkstatt. Offene Lehre mit Max Czollek

2019 bewegt sich Dichtung entlang der Naht von ästhetischer Praxis und Gesellschaft,Performanz und Politics. Der Workshop erkundet die Strukturen, die unserem eigenen Schreiben zugrunde liegen, die Grenzen, die sie uns ziehen und die Möglichkeiten, die sie eröffnen.

Um Anmeldung bis 20.10 an samira.hamdi@uni-ak.ac.at wird gebeten

15.00
Politisch sprechen. Politisch schreiben.

Podiumsdiskussion mit den Autorinnen Esther Dischereit, Enis Maci, Sabine Gruber
Moderation: Nina Horaczek

18.00
Fürstenspiegel op. 14. Absolvent_innen lesen

Mit Bastian Schneider, Anna-Sophie Fritz, Saskia Warzecha, Rick Reuther liest Texte von Ianina Illitcheva.
Gestaltung: Frieda Paris

20.00
Hebende Hand. Studierende machen Drama

Mit Anageddon, Ali Bas, Annalisa Cantini, Alexandra Koch, Stephan Langer, Ralph Petersen, Tizian Rupp, Sophie Steinbeck

Gestaltung: Gerhild Steinbuch,
Robert Woelfl, Natascha Gangl
Regie: Theresa Thomasberger
Besetzung TBA

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26.10. SAMSTAG – Turnhalle im Brick 5

10.00
How many Arts? Plus Akrobatik!
Offene Lehre mit Uljana Wolf

Warum geht Übersetzen, laut Friedrich Schleiermacher, entweder nur als „heimische Turnkunst“ oder „ausländische und unnatürliche Verrenkungen“? Welche Vorstellungen von Gemeinschaft, Austausch und body politics verbinden wir mit Übersetzungstheorien? Das offene Seminar will über „This Little Art“ (Kate Briggs) nachdenken, die wichtigste aller zwischen Schreiben und Nicht-Schreiben, zwischen Mitlesen und Mitleben angesiedelten Künste (außer Turnen).

Um Anmeldung bis 20.10 an samira.hamdi@uni-ak.ac.at wird gebeten

15.00
Poesie, Kunst und Politik. Kulturinstitutionen für eine solidarischeGesellschaft?

Podiumsdiskussion mit Eva Badura-Triska (Kuratorin, mumok) Kira Kirsch (Künstlerische Leitung, brut Wien), Bernhard Günther
(Künstlerische Leitung, Wien Modern), Alexander Kerlin (Dramaturg, Burgtheater), Ferdinand Schmatz (Leitung, Institut für Sprachkunst)
Moderation: Isolde Charim

18.00
Fürstenspiegel op. 5-8. Absolvent_innen lesen.

Mit Raphaela Edelbauer, Matthias Kropfitsch, Marie-Luise Lehner, Sandra Gugic.
Gestaltung: Luca Kieser

20.00
Gichtiger Mund. Studierende lesen Lyrik

Mit Alice, Hannah Bründl, Christiane Heidrich, Nora Hofmann, Sandro Huber, Cornelia Hülmbauer, Selma Imhof, Laurine Irmer, Greta Pichler, John Sauter

Gestaltung: Uljana Wolf

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Durchgehend (24. – 26.10.2019)
Paukenteil & Irrgarten
Klangkunst, Hörspiel, Sound

Das Programm wird begleitet von Writer in
Residence Timo Brandt. Laufend aktuelle Texte
auf fixpoetry.com

Medienpartner:
Fixpoetry
Litradio

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